Ätherische Öle aus aller Welt

Lavendelöl

Der Allrounder unter den ätherischen Ölen

Lavendelöl

Wenn wir an Lavendel denken, kommen uns sofort die schier endlosen, intensiv leuchtenden Lavendelfelder der Provence in den Kopf, die die Landschaft von Anfang Juni bis Mitte August in ein lilafarbenes Blütenmeer verwandeln. Wer sich ein Stück Südfrankreich nach Hause holen möchte, greift nicht selten zu Lavendelöl. Das Öl kann aber noch viel mehr als nur seinen herrlich intensiven, blumigen Duft zu verströmen. Lavendelöl ist nämlich ein wahrer Allrounder unter den ätherischen Ölen. Mit seinen wertvollen Inhaltsstoffen wirkt es sich auf vielfältige Weise positiv auf Körper, Geist und Seele aus. Lernen Sie die unterschiedlichen Anwendungsgebiete kennen und erfahren Sie, welche Beschwerden man mithilfe von Lavendelöl gezielt lindern kann.

Lavendel: Jahrtausende alte Heilpflanze

Das Wissen um die heilsamen Eigenschaften des Lavendels ist keinesfalls eine neue Entdeckung. Schon im Jahr 5000 v. Chr. soll die Pflanze in Form von Ölen und Salben zur Körperpflege und zu medizinischen Zweckeneingesetzt worden sein. Auch die alten Ägypter waren von den reinigenden Eigenschaften des Lavendels überzeugt. Sie verwendeten Lavendel als Grabbeigabe für die Verstorbenen und  tränkten Leichentücher mit Lavendelessenzen, um die Toten darin zu konservieren. Ihr Wissen trugen sie zu den Römern, die den Lavendel vollumfänglich anwendeten. Hier kam er zur Wundheilung, zur Beruhigung und zur Trauerbewältigung zum Einsatz. Vor allem wurde er aber in den Thermen und Bädern zur Reinigung und als Duftöl verwendet. Der Pflanzenname verweist noch heute auf seine Verwendung. Lavendel stammt nämlich von dem lateinischen Wort „lavare“ ab, was so viel wie „waschen“ bedeutet. 

Dank seiner vielfältigen positiven Eigenschaften hat sich Lavendel über die Jahrtausende hinweg zu eineruniversellen Heilpflanze entwickelt. Die offizielle Anerkennung erhielt der Lavendel aber erst im Jahr 2008, wo er zur Heilpflanze des Jahres ernannt wurde.

Lavendelöl Arten

Was viele jedoch nicht wissen: Lavendel ist nicht gleich Lavendel. Tatsächlich sind heute eine Vielzahl unterschiedlicher Arten und Sorten bekannt. Zur Herstellung ätherischer Öle werden jedoch nur drei verschiedene Arten verwendet:

  • Echter Lavendel (Lavandula angustifolia): wird auch Lavendel fein genannt und wirkt mit seinem geringen Kampferanteil besonders entspannend.
  • Speik-Lavendel (Lavandula latifolia): enthält mehr Kampfer und kommt somit insbesondere zur Linderung von Atemwegserkrankungen zum Einsatz.
  • Lavandin (Lavandula hybrida): wird auch Hybrid-Lavendel genannt. Bei Lavandin handelt es sich um eine Kreuzung aus Echtem Lavendel und Speik-Lavendel. Er ist deutlich ertragreicher als Echter Lavendel, beinhaltet aber auch weniger konzentrierte Inhaltsstoffe. Deshalb findet man ihn hauptsächlich als Duftstoff in Kosmetikprodukten.

Über 200 wertvolle Inhaltsstoffe

Die hoch wirksamen Inhaltstoffe des Lavendels befinden sich in dessen Blüten. Je nach Lavendel-Art liegen diese in unterschiedlicher Konzentration vor. Hauptsächlich setzt sich Lavendel aus Linalylacetat und Linalool zusammen.

Linalylacetat ist für dessen charakteristischen Duft verantwortlich. Es ist für seine beruhigende, ausgleichende Wirkung bekannt und dient als entscheidendes Kriterium bei der Qualitätsbewertung von ätherischem Lavendelöl. Dabei gilt: Je höher der Linalylacetat-Gehalt, desto hochwertiger ist das Öl. Im Echten Lavendel ist die Wirkstoffkonzentration am höchsten. Aber auch Umgebungsbedingungen wie Anbauhöhe, Bodenqualität und Klima wirken sich auf den Linalylacetat-Anteil aus. Deshalb gilt Hochland-Lavendel als besonders wertvoll.

Linalool wirkt antiseptisch, antimikrobiell und entzündungshemmend. Es handelt sich um einen farblosen Geruchsstoff, der bei der Synthese von Vitamin E entsteht und angenehm blumig riecht.

Zwei weitere wichtige Inhaltstoffe sind Kampfer und Cineol. Beide gelten als schleimlösend, schmerzlindernd und in Kombination auch krampflösend und fiebersenkend, weshalb diese insbesondere bei Atemwegserkrankungen und Erkältungsbeschwerden zum Einsatz kommen. Der Kampfer-Anteil ist im Speik-Lavendel besonders hoch.

Neben Linalylacetat, Linalool, Kampfer und Cineol enthält Lavendel noch zahlreiche weitere wertvolle Inhaltstoffe, von denen rund 200 positive Eigenschaften auf die Gesundheit haben sollen. Hier steht eine genauere Erforschung jedoch noch aus. 

Anbau und Herstellung von Lavendelöl

Lavendel ist eine wärmeliebende Pflanze, die im Mittelmeerraum beheimatet ist. Neben Spanien und Italien ist insbesondere die französische Provence für ihre schier endlosen, lilafarbenen Lavendelfelder bekannt. Dank seiner Anpassungsfähigkeit wächst Lavendel sogar in Höhenlagen bis 2.000 Metern und auch hierzulande wird die Pflanze erfolgreich kultiviert.

Die Blütezeit des Lavendels beginnt Anfang Juni, geerntet wird von Mitte Juli bis Ende August und überwiegend maschinell. Nur der Hochlandlavendel, der in gebirgigen Regionen wächst, muss in Handarbeit gesammelt werden, was seinen vergleichsweise hohen Preis erklärt.

Zur Gewinnung des ätherischen Lavendelöls werden ausschließlich die Blüten verwendet, da sie den größten Anteil der dafür erforderlichen aromatischen Pflanzenbestandteile enthalten. Üblicherweise geschieht das in Form der Wasserdampfdestillation. In diesem Verfahren werden die Blüten in einem Kessel über Wasserdampf und unter hohem Druck erhitzt, so dass sich das ätherische Öl aus den Blüten löst, aufsteigt und in einem zweiten Behälter tröpfchenweise aufgefangen werden kann. Der Prozess ist sehr aufwendig und wenig ergiebig. So sind zur Herstellung von einem Liter ätherischem Öl rund 120 kg Lavendelblüten erforderlich. 

Lavendelöl und seine Wirkung

Lavendelöl gilt als Universal-Heilöl, das vielfältige positive Eigenschaften auf Körper, Geist und Seele hat. Besonders bekannt ist Lavendelöl für seine beruhigende Wirkung, weshalb es insbesondere als natürliches Hilfsmittel bei Schlafstörungen zum Einsatz kommt. Schon ein paar Tropfen aufs Kissen geträufelt genügen, um gestresste Nerven zu beruhigen, Ängste und Sorgen zu besänftigen und so zu einem ruhigen Schlaf zu verhelfen. Über das Einatmen des Dufts gelangen die wertvollen Inhaltsstoffe über die Atemwege in den Körper, wo sie direkt auf das zentrale Nervensystem wirken.

Lavendelöl wirkt aber nicht nur auf die Psyche. Der gesamte Körper kann von seinem Einsatz profitieren. So hat ätherisches Lavendelöl mit seinen entzündungshemmenden, krampflösenden Eigenschaften auch auf den Magen-Darm-Trakt eine durchweg positive Wirkung. Verdauungsbeschwerden, Blähungen und Bauchkrämpfe werden gelindert und die Gallensaftproduktion wird angeregt. Das macht schwer im Magen liegende Speisen leichter verdaulich.

Auch bei diversen anderen Arten von Infektionen und Entzündungen kann Lavendelöl helfen. Aufgrund des enthaltenen Kampfers lassen sich insbesondere Erkältungs- und Atemwegsbeschwerden wie Asthma, Bronchitis und grippale Infekte gut mit Lavendelöl kurieren.

Nicht zu verkennen ist auch sein Effekt auf die Haut. Hier kann Lavendelöl mit seiner verjüngenden Wirkung punkten, weshalb es in der Anti Aging-Pflege als wirksames Mittel gegen Falten bekannt ist. Aber auch bei fettiger Haut und Akne ist Lavendel mit seinen reinigenden, desinfizierenden und heilenden Eigenschaften das Mittel der Wahl. Sogar schwere Hauterkrankungen wie Schuppenflechte und Pilzerkrankungen lassen sich mithilfe von Lavendelöl mildern. Zusätzlich trägt Lavendel zur Hautregeneration bei. Deshalb wird es auch in der Wundheilung eingesetzt.

Anwendungsgebiete von Lavendel

So vielfältig wie die Wirkung des Lavendels auf Körper und Psyche ist, so vielfältig sind auch die Einsatzgebiete von Lavendelöl. Unsere liebsten Anwendungsmöglichkeiten haben wir für Sie zusammengetragen:

  • Ein Lavendelöl-Wickel lindert nicht nur Juckreiz bei Insektenstichen und Sonnenbrand, sondern hilft auch bei Erkältungen. Dazu einfach 2-3 Tropfen Öl mit einem Esslöffel Basisöl mischen und auf einem Tuch verteilen. Das Tuch erwärmen und auf der Brust für etwa zwei Stunden wirken lassen.
  • Lavendel ist ein herrlicher Raumduft, der schlechte Gerüche effizient beseitigt. Wer ätherisches Lavendelöl pur verwenden möchte, kann einfach ein paar Tropfen in eine Duftlampe oder einen Diffuser geben.
  • Lavendelwasser riecht nicht nur gut, sondern ist auch herrlich erfrischend. Bei großer Hitze im Sommer wirken ein paar Sprühstöße auf die Haut angenehm kühlend.
  • Nicht umsonst ist Lavendel Bestandteil zahlreicher Hautpflegeprodukte. Eine beruhigende Pflegecreme können Sie aber auch einfach selbst herstellen, indem Sie Ihrer Tagespflege ein paar Tropfen ätherisches Lavendelöl beimischen.
  • Auch in der Schwangerschaft entpuppt sich Lavendelöl als wahrer Allrounder. Hier hilft es nicht nur bei schwangerschaftsbedingten Schlafstörungen und Angstzuständen, sondern beugt mit seiner pflegenden Wirkung auch Schwangerschaftsstreifen und Nabelschmerzen vor. Sogar den Geburtsschmerz soll Lavendelöl lindern.
  • Lavendelöl ist auch für die Anwendung im Haar Sanft einmassiert fördert es die Durchblutung der Kopfhaut und das Haarwachstum. In den Längen verteilt, hilft es gegen trockenes, geschädigtes Haar und glättet die Haarstruktur. Dazu einfach ein paar Tropfen Öl ins Shampoo geben.
  • Ein weiterer positiver Aspekt von Lavendelöl: Insekten können seinen Duft gar nicht leiden. Deshalb hält es Mücken, Ameisen und Spinnen wirksam vom Haus fern. Mit Öl gefüllte Duftschalen haben sich bei der Insektenabwehr besonders bewährt. Gegen Motten helfen mit Öl beträufelte Tücher, die man in den Kleiderschrank legt.
  • In der Aromaküche erfreut sich Lavendelöl besonderer Beliebtheit. Ob in Gebäck, Desserts, Eis oder Getränken – mit seinem feinen, blumigen Geschmack verleiht Lavendel sämtlichen Speisen das gewisse Etwas.

Anwendung und Dosierung

Naturreines ätherisches Lavendelöl gilt grundsätzlich als sehr verträglich. Dennoch sollte man es niemals unverdünnt verwenden, da es in konzentrierter Form Haut- und Schleimhautreizungen hervorrufen kann. Für die äußere Anwendung werden ein paar Tropfen Lavendelöl mit einem Esslöffel geruchsneutralem Trägeröl, z.B. Mandelöl oder Jojobaöl, gemischt. Lavendelöl eignet sich auch für die innere Anwendung. Dazu geben Sie ein paar Tropfen Öl in Wasser oder Saft.

Auch wenn ätherisches Lavendelöl nur selten Nebenwirkungen hat, sollten Sie die Verträglichkeit vorab testen, allergische Reaktionen sind nämlich nicht ausgeschlossen. Geben Sie dazu einen Tropfen Öl auf Ihren Innenarm. Wenn Sie darauf weder mit Rötungen und Juckreiz, noch mit anderen Beschwerden wie Übelkeit, Schwindel oder Krämpfen reagieren, können Sie das Öl bedenkenlos verwenden. Gerade bei der inneren Einnahme, Schwangeren und Kindern empfehlen wir jedoch, die Anwendung vorab mit dem behandelnden Arzt, Therapeuten oder Heilpraktiker zu besprechen.

Lavendelöl kaufen: Darauf sollten Sie achten

Wenn Sie Lavendelöl kaufen wollen, sollten Sie auf die Qualität der Produkte achten. Nur wenn ein Öl als 100% naturreines ätherisches Öl deklariert ist, können Sie sich sicher sein, nur die reinen Bestandteile der Pflanze zu erhalten. Bei naturidentischen Ölen und Derivaten sind oft chemische Ersatzprodukte und synthetische Zusatzstoffe enthalten, die weniger gut verträglich sind und Abwehrreaktionen der Haut hervorrufen können. Auf Nummer Sicher gehen Sie, wenn Sie Produkte aus kontrolliert biologischem Anbau beziehen.

ESSENCE Pur bietet Ihnen eine große Auswahl naturreiner ätherischer Lavendelöle und -hydrolate in bester Qualität. Unsere Lavendelöle stammen ausschließlich aus kontrolliert biologischem Anbau und sind frei von chemischen und synthetischen Inhaltstoffen. Neben Echtem Lavendel aus Frankreich und Bulgarien finden Sie bei uns auch Speik-Lavendel und Schopf-Lavendel. Für Erfrischung und herrlich duftende Wäsche sorgt unser Lavendelwasser – natürlich ebenfalls in hochwertiger Bio-Qualität.

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